Entwicklung eines Spot-Assays zur molekularen Identifizierung von bakteriellen Hochrisiko-Stämmen

Die zunehmende Verbreitung multiresistenter Keime durch unsachgemäßen und unselektiven Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin und in der Futtermittelindustrie ist eine zentrale Herausforderung der Medizin. Die Etablierung neuer und wirkungsvoller Antiinfektionsstrategien und Infektionsdiagnostika erfordert die Zusammenlegung von Kompetenzen aus wissenschaftlicher Forschung und anwendungsorientierten diagnostischen Nachweissystemen. In SPOT-LigHt werden überregional Expertisen aus den Bereichen der Infektionsbiologie, der medizinischen Forschung und der Industrie sowie Erkenntnisse aus innovativen Omics-Technologien zum Aufbau eines neuen Verfahrens zur sensitiven und spezifischen Erregerdiagnostik und zur Identifizierung von Antibiotika-Resistenzen in dem gram-negativen Problemkeim Pseudomonas aeruginosa eingesetzt. Am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) wurde in ausgedehnten Phänotyp-Genotyp Korrelationsstudien festgestellt, dass ca. 15% der Antibiotikaresistenzen in klinischen P. aeruginosa Isolaten nicht allein mit dem Screening von DNA Markern als resistent identifiziert werden können. Viele Resistenzen lassen sich nur durch eine Überexpression bestimmter Gene erklären. Das Gesamtziel des Verbundvorhabens ist zum einen die Identifizierung einer spezifischen Kombination an Sequenzvariationen und Genexpressionswerten, die die bakterielle Resistenz und die klonale Identität ausreichend beschreibt. Zum anderen verfolgt das Vorhaben die Umsetzung dieses Wissens in den Aufbau eines neuartigen molekularen Assays zur schnellen und kostengünstigen Erregerdiagnostik und Resistenzbestimmung sowie die Ermittlung der Durchführbarkeit dieser Entwicklung.

Beteiligte Partner

  • Seramun Diagnostica GmbH (Koordinator)
  • Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung