InfectControl-Expertisen helfen bei der Bekämpfung von COVID-19

– Ein Netzwerk, das sich auszahlt –

Das InfectControl-Netzwerk der Innovationsstandorte

 

„Von neuen oder resistenten Krankheitserregern und ihrer zunehmenden globalen Verbreitung geht eine rasant wachsende Gefahr aus“ – Dies ist der Grund, warum der Forschungsverbund InfectControl ins Leben gerufen wurde. Die Bedeutung dieser Aussage bekommen wir aktuell mit aller Härte zu spüren. 

InfectControl ist ein deutschlandweit vernetzter Forschungsverbund mit fünf starken Innovationsstandorten - Berlin, Braunschweig, Greifswald, Jena und Würzburg. Gemeinsam entwickeln Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in interdisziplinären Teams neue Strategien und Konzepte, um Infektionen langfristig zu bekämpfen, die Verbreitung von Infektionserreger einzudämmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit antimikrobiellen Substanzen zu fördern.

Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas
C. Mettenleiter

Das wahrscheinlichste Reservoir für das SARS-CoV-2 ist die Fledermaus - Hintergrundinformationen über Zoonosen

Das neuartige Coronavirus, das die Atemwegserkrankung COVID-19 auslöst, ist vom Tier auf den Menschen übergegangen. InfectControl-Vorstandsmitglied und Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Prof. Mettenleiter, erklärt in einem ausführlichen Interview, woher das neuartige Coronavirus kommt und ob wir in Zukunft noch häufiger mit Zoonosen zu kämpfen haben.

“Biologisch gesehen ist der Mensch Teil des Tierreichs. Deshalb können Erreger, die sich zwischen Tieren ausbreiten, auch auf den Menschen übergehen und Infektionskrankheiten auslösen – sogenannte Zoonosen. Das sehen wir sogar ziemlich häufig. Bei den neu auftauchenden Infektionen beim Menschen sind mehr als drei Viertel auf einen tierischen Ursprung zurückzuführen – so wie auch COVID-19.”

>> Prof. Mettenleiter im Interview über Zoonosen

beteiligte InfectControl-Standorte: Greifswald - Jena - Braunschweig

 

Prof. Oliver Kurzai
Prof. Oliver Kurzai

Effizienz und kurze Dienstwege - Errichtung der Würzburger COVID-19-Teststelle

Bereits bei über 1.500 Patienten hat die COVID-19-Untersuchungsstelle des Universitätsklinikums Würzburg Proben entnommen. Sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Uniklinikums als auch Patientinnen und Patienten ließen sich im Auftrag des Gesundheitsamts einen Abstrich entnehmen. Seit dem 6. März steht die Untersuchungsstelle, die in einem aktuell nicht genutzten Gebäude eigens für diesen Zweck errichtet wurde, in Würzburg zur Verfügung.

„Die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von InfectControl war bei der Planung und Umsetzung eine große Hilfe“, betont Prof. Oliver Kurzai, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Wissenschaftlicher Geschäftsführer von InfectControl. „Auf dem kurzen Dienstweg war es möglich, von den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen der Charité Universitätsmedizin Berlin zu profitieren, die ebenfalls solch eine Untersuchungsstelle eingerichtet haben.“

„Dem Berliner Team um Frau Prof. Gastmeier bin ich außerordentlich dankbar“, so der Leiter der Würzburger Untersuchungsstelle Kurzai. „Trotz der erheblichen Belastung in der aktuellen Situation haben sie uns gerade in den ersten Tagen jederzeit auch kurzfristig geholfen und sogar Fotos aus der Berliner Untersuchungsstelle geschickt“.

Durch kontinuierliche Erweiterung hat das Würzburger Testzentrum mittlerweile eine Kapazität von etwa 200 Patienten pro Tag. Bei der Etablierung waren zahlreiche organisatorische Aspekte zu bedenken: „Um Wartezeiten und unnötige Bildung von Personengruppen zu vermeiden, müssen wir die zu untersuchenden Personen effizient erfassen. Auf der anderen Seite ist es natürlich essentiell, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Untersuchungsstelle arbeiten, vor einer möglichen Infektion mit dem Virus zu schützen“, führt Kurzai weiter aus.

beteiligte InfectControl-Standorte: Würzburg - Berlin

 

Prof. Daniela Gröschke
Prof. Daniela Gröschke

Kommunikation im Ernstfall - Leitfaden für Krankenhäuser

Für Krankenhäuser und medizinisches Personal sind Infektionskrankheiten aufgrund der Ansteckungsgefahren immer eine große Herausforderung. Strategische Kommunikation ist gerade bei den Krankenhausmitarbeitern auf allen Ebenen wichtig, um Ängsten und Unsicherheiten im Umgang mit Verdachtsfällen vorzubeugen und im Ernstfall schnell und professionell handlungsfähig zu sein.

Innerhalb des InfectControl-Projekts EKOS analysierten Sozialforscherinnen und -forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena, was Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter motiviert, trotz einer existentiellen und bedrohlichen Lage zur Arbeit zu gehen. Sie untersuchten wahrgenommene Risikofaktoren sowie wichtige Rahmenbedingungen für resilientes Verhalten für einen bis dahin noch hypothetischen Fall wie Covid-19.

Nun wollen die Forschenden die individuelle Resilienz in der Covid-19-Pandemie bei Klinikmitarbeiter/innen in Deutschland mit einer flächendeckenden, quantitativen Online-Befragung erheben und den bereits entwickelten Kommunikationsleitfaden auf die aktuelle Corona-Pandemie anpassen.

>> Projektleiterin Prof. Gröschke beantwortet Fragen zur Krisenkommunikation in Krankenhäusern und Resilienzförderung

beteiligte InfectControl-Standorte: Jena - Berlin

 

Dr. Wolfgang Sunder
Dr. Wolfgang Sunder

Infektionspräventive Patientenzimmer - Kann eine neue Raumplanung Infektionen in Kliniken verhindern?

Welche Bakterien leben auf den Oberflächen in Patientenzimmern? Kann eine neue Raumplanung Infektionen in Kliniken verhindern? Im InfectControl-Projekt KARMIN beschäftigten sich Architekten der TU Braunschweig zusammen mit Molekularbiologen des Universitätsklinikums Jena sowie Medizinern der Charité Universitätsmedizin Berlin genau damit. Gemeinsam mit einem bayerischen Unternehmen entwickelten die Projektpartner einen Prototyp für ein infektionspräventives Patientenzimmer.

Projektleiter und Architekt Dr. Wolfgang Sunder vom Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen der TU Braunschweig erklärt die Hintergründe zum Projekt und betont mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie die Relevanz des Prototyps.

>> Projektleiter Dr. Wolfgang Sunder beschreibt im Interview Details des infektionspräventiven Patientenzimmers

beteiligte InfectControl-Standorte: Braunschweig – Berlin – Jena