Einflussfaktoren auf die Mikro-, Resisto- und Mykobiomentwicklung bei Frühgeborenen

Neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota in Mensch und Tier lassen eine bedeutsame Rolle von Dysbalancen bei der Krankheitsentwicklung erahnen. NeoBIOM bündelt zentrale Kompetenzen aus InfectControl 2020, um in Frühgeborenen den Einfluss von Mikrobiomveränderungen zu untersuchen, die durch Antibiotikagabe und Nutzung von Probiotika ausgelöst werden. Ziel ist die Entwicklung einer bioinformatischen Pipeline zur standardisierten Analyse von Mikrobiomdaten aus unterschiedlichsten Probenmaterialien. In enger Kooperation zwischen dem Robert-Koch-Institut und dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (HKI) werden neue bioinformatische Methoden zur Datenanalyse entwickelt, die auf Vorarbeiten der Projekte FINAR und IRMRESS basieren. Einflussfaktoren auf die Zusammensetzung von Mikrobiom (Bakteriom und Mykobiom) und Resistom werden systematisch analysiert, insbesondere der Einfluss von Antibiotika und Probiotika auf die Darm-Mikrobiota bei Frühgeborenen. Am neonatalen Mausmodell wird die langfristige Erregerentwicklung nach Antibiotikaapplikation mit und ohne zusätzliche Probiotikagabe untersucht, die Rückschlüsse auf das menschliche Mikrobiom zulässt und damit neben der Analyse von Assoziationen auch eine funktionelle Aufarbeitung der erhobenen Befunde anstrebt. Die parallele Untersuchung von Bakteriom, Mykobiom und Resistom in Mensch und Tier ermöglicht einen Methodenablgeich sowie die Anwendung kompatibler bioinformatischer Methoden der Auswertung der Sequenzanalyse-Daten über verschiedene Mikroorganismen. NeoBIOM dient der Früherkennung von Infektionskrankheiten und -risiken bei Frühgeborenen sowie der Ableitung möglicher Präventions- und Therapieoptionen.

Beteiligte Partner

  • Charité Universitätsmedizin
  • Freie Universität Berlin      
  • Robert Koch-Institut (Koordinator)     
  • Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut