Entwicklung innovativer Impfstoffe gegen Erreger des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes und Staphylococcus aureus zur Anwendung in Veterinär- und Humanmedizin

Vorhabenlaufzeit: 11.2015-10.2018

 

Bakterielle Infektionen mit Mycobacterium tuberculosis (Mtb) und Staphylococcus aureus (S. aureus) verursachen Millionen Todesfälle weltweit, die trotz Antibiotika häufig nicht verhindert werden können. Im Jahre 2014 erkrankten 9,6 Millionen Menschen an Tuberkulose (TB). 1,5 Millionen Menschen verstarben an TB. Zwar existiert ein Impfstoff gegen TB seit gut 90 Jahren. Dieser ist jedoch bei Erwachsenen und gegen Lungen-TB wirkungslos und schützt in eingeschränktem Umfang nur Kleinkinder. Gegen von S. aureus ausgelöste Erkrankungen, die z.B. Sepsis auslösen können, existiert bislang gar kein Vakzin. Beide genannte Erreger befallen auch Nutztiere, z.B. Rinder und Ziegen, und richten große Schäden in der Landwirtschaft an.

Ziel des Projektes inVAC ist, die Entwicklung verbesserter bzw. wirksamer Impfstoffe gegen die genannten Erkrankungen voranzubringen und gleichzeitig zu untersuchen, ob die Kandidaten sowohl human- als auch veterinärmedizinisch einsetzbar sind. Ein vielversprechender Kandidaten-Impfstamm gegen TB existiert bereits. Er befindet sich derzeit in der klinischen Erprobung und hat bereits eine Phase IIa-Studie erfolgreich abgeschlossen. inVAC wird diesen Impfstamm gezielt modifizieren, um zu versuchen, sein Wirkungsspektrum zu erweitern.

inVAC trachtet erstmals, die Bekämpfung von TB mit der von S. aureus ausgelösten Erkrankungen zu verbinden und gleichzeitig zu erforschen, ob eine Brücke zur Anwendung im Nutztierbereich gebaut werden kann. Hierzu wird in fachbereichsübergreifender Zusammenarbeit die Problematik von mehreren Seiten (Zellbiologie, Immunologie, Biochemie, Humanmedizin, Veterinärmedizin, Industrie) angegangen, und begleitende Tierexperimente an Mäusen, Ziegen und Rindern sind geplant. Unter den Verbundpartnern ist auch ein Unternehmen, welches helfen wird, anwendungsrelevante Ergebnisse aus dem Labor hinaus in die Weiterentwicklung in einen im Großmaßstab herstellbaren Impfstoff einzuschleusen.

Beteiligte Partner:

  • Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (Berlin) (Koordinator)
  • Universitätsmedizin Greifswald
  • Friedrich-Loeffler-Institut – Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Greifswald)
  • Vakzine Projekt Management GmbH (Hannover)

Publikationen: